Morbus Werlhof / ITP: Was ist das?

Die idiopathische thrombozytopenische Purpura oder kurz „ITP ist eine Autoimmunerkrankung die heute vor allem unter dem Begriff „Immunthrombozytopenie“ oder auch Morbus Werlhof bekannt ist.
Es handelt sich dabei um einen krankhaften Rückgang der Thrombozyten, der Blutplättchen die im menschlichen Körper für die Blutgerinnung zuständig sind. Dabei greift der eigene Körper in der Milz die Thrombozyten an und zersetzt sie.
Die ersten Symptome sind dabei häufig sogenannte Petechien, kleine punktförmige Einblutungen auf der Haut oder den Schleimhäuten. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Blutungsneigungen, die sich zumeist in Nasenbluten zeigen, bei Frauen auch eine verstärkte Menstruationsblutung bedeuten können. Im Extremfall kann es zu inneren Blutungen oder Hirnblutungen kommen.
Morbus Werlhof ist eine sehr seltene Krankheit, tritt sie doch nur bei ca. sechs bis acht je 100.000 Menschen auf. Dabei sind Frauen im mittleren Alter von ITP dreimal häufiger betroffen als Männer, im Kindesalter hält es sich etwa die Waage.
Bei Kindern tritt Morbus Werlhof häufig nach Virus-Infektionen wie Mumps, Masern oder auch den Windpocken auf. Bei Erwachsenen lässt sich keine Ursache bisher feststellen. Dabei ist ITP bis heute nicht zu 100 % erforscht.
Diagnostisch lässt sich Morbus Werlhof durch deutlich verringerte Thrombozythenzahlen im Blut feststellen, bei einem konkreten Verdacht kann der Arzt auch die Anzahl der Antikörper, die die Blutplättchen angreifen bestimmen. Außerdem kann ein Knochenmarksausstrich weitere Sicherheit bringen.
Trotzdem können die Symptome nicht nur auf Morbus Werlhof deuten, sondern auch auf einige andere Krankheiten, die die Blutgerinnung verschlechtern. Deshalb muss der behandelnde Arzt nach einem Ausschlusskriterium zunächst andere Krankheiten ausschließen.

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