Kategorie: Morbus Werlhof

Wie kann Morbus Werlhof behandelt werden?

Die Behandlung von ITP hängt von dem Krankheitsverlauf ab. Handelt es sich um einen akuten Verlauf, besteht die Hoffnung dass sich Morbus Werlhof von selber wieder zurückbildet. Gerade bei Kindern verschwindet ITP zumeist innerhalb weniger Wochen von alleine. Verläuft die Krankheit chronisch, ist die Wahrscheinlichkeit einer Heilung geringer, aber möglich.
Eine Behandlung mit Blutkonserven ist denkbar, jedoch nicht ohne Risiken einer weiteren Verschlechterung. Medikamentös greift man nur dann ein, wenn eine akute Gefahr mit hoher Blutungsneigung von der Krankheit beim Patienten ausgeht.
Auch geht man hierbei in der Regel nicht vom Wert der Laboranalyse aus, sondern von der tatsächlichen Blutungsneigung des Patienten, denn diese ist bei jedem Menschen anders.
Häufig wird der Arzt Kortison einsetzen, zunächst in hoher Dosierung. Falls dies nicht hilft können gerade bei bestehenden Blutungen Immunglobuline eingesetzt werden, die die Blutgerinnung kurzfristig anheben.
Sollte dies alles nicht helfen, ist der letzte Schritt die Entfernung der Milz. Die meisten Patienten erleben daraufhin einen sprunghaften Anstieg der Thrombozythen, da die Milz keine Blutplättchen mehr zersetzt.

Dauerhaft werden chronisch-kranke Morbus Werlhof Patienten mit Kortison in niedriger Dosierung weiterbehandelt, auch eine Chemo-Therapie kann helfen. Der Einsatz von Immunsupressiva, die normalerweise nach Organtransplantationen eingesetzt werden, ist ebenfalls eine Möglichkeit.

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Morbus Werlhof / ITP: Was ist das?

Die idiopathische thrombozytopenische Purpura oder kurz „ITP ist eine Autoimmunerkrankung die heute vor allem unter dem Begriff „Immunthrombozytopenie“ oder auch Morbus Werlhof bekannt ist.
Es handelt sich dabei um einen krankhaften Rückgang der Thrombozyten, der Blutplättchen die im menschlichen Körper für die Blutgerinnung zuständig sind. Dabei greift der eigene Körper in der Milz die Thrombozyten an und zersetzt sie.
Die ersten Symptome sind dabei häufig sogenannte Petechien, kleine punktförmige Einblutungen auf der Haut oder den Schleimhäuten. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Blutungsneigungen, die sich zumeist in Nasenbluten zeigen, bei Frauen auch eine verstärkte Menstruationsblutung bedeuten können. Im Extremfall kann es zu inneren Blutungen oder Hirnblutungen kommen.
Morbus Werlhof ist eine sehr seltene Krankheit, tritt sie doch nur bei ca. sechs bis acht je 100.000 Menschen auf. Dabei sind Frauen im mittleren Alter von ITP dreimal häufiger betroffen als Männer, im Kindesalter hält es sich etwa die Waage.
Bei Kindern tritt Morbus Werlhof häufig nach Virus-Infektionen wie Mumps, Masern oder auch den Windpocken auf. Bei Erwachsenen lässt sich keine Ursache bisher feststellen. Dabei ist ITP bis heute nicht zu 100 % erforscht.
Diagnostisch lässt sich Morbus Werlhof durch deutlich verringerte Thrombozythenzahlen im Blut feststellen, bei einem konkreten Verdacht kann der Arzt auch die Anzahl der Antikörper, die die Blutplättchen angreifen bestimmen. Außerdem kann ein Knochenmarksausstrich weitere Sicherheit bringen.
Trotzdem können die Symptome nicht nur auf Morbus Werlhof deuten, sondern auch auf einige andere Krankheiten, die die Blutgerinnung verschlechtern. Deshalb muss der behandelnde Arzt nach einem Ausschlusskriterium zunächst andere Krankheiten ausschließen.

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Was kann ich als betroffener tun?

Morbus Werlhof Patienten können trotz ihrer Krankheit ein weitgehend normales Leben führen. Verzichten sollten Sie auf Sportarten die hohes Verletzungspotential bieten wie Kampfsportarten oder Fußball. Andere Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren stellen in der Regel kein Problem dar, sofern aktuell keine Blutungsneigung besteht.
ITP Betroffene können nicht jedes Schmerzmittel verwenden, denn Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen senken die Blutgerinnung, was bei einer bereits geringen Gerinnung negative Folgen hat.
Bei Operationen oder Zahnbehandlungen sollte der Patient den Arzt darauf hinweisen, dass er an Immunthrombozytopenie leidet. Für Notfälle gibt es Pässe, in denen der behandelnde Arzt den aktuellen Behandlungsstand der ITP eintragen kann.
Auch wenn idiopathische thrombozytopenische Purpura schwer auszusprechen ist, sollten Betroffene mit Freunden, Familien und Kollegen über Morbus Werlhof sprechen, so kann man Ängste nehmen und Vertrauen schaffen.

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